Abschied in Sprotten

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Abschied in Sprotten

Beitragvon Mispel » 7. Halimath 2010, 10:14

Stumm stehen sich Schalotte und Mispel gegenüber. Sie schauen sich an, als würden ihre Augen miteinander ein angeregtes Gespräch führen, doch es ist kein Wort zu hören. Mispel legt eine Hand an Schalottes Schulter und drückt sie sanft. Etwas zögerlich öffnet Schalotte daraufhin schließlich ihre Arme und als Mispel dieser Geste Folge leistet und ihre Schwester herzlich drückt, fließen stumme Tränen über ihre Wangen. Auch Schalotte kann sich nicht beherrschen und lässt den Tränen freien Lauf.

Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, ehe sich die beiden Schwestern voneinander lösen und in die verweinten Augen schauen.


Pass auf Dich auf, ja? Ich weiß, dass es gefährlich ist auf den Wegen außerhalb des Auenlands.

Schalotte nickt und wischt sich mit einem bestickten Taschentuch über die Augen.

Ja, Du weißt doch, dass man mir freiwillig aus dem Weg geht, Pellchen.

Mispel lacht kurz auf, aber es ist kein heiteres Lachen, sondern ein bitteres, wissend, dass sie ihre Schwester für sehr lange Zeit nicht wiedersehen wird.

Du hast ein gutes Herz, Lotti, lass Dir von niemandem etwas anderes einreden, ja?

Schalotte nickt und versucht zu lächeln, was ihr aber gründlich misslingt.

Vielleicht finde ich endlich Rast für mein Gemüt, wenn ich in Maur Tulhau in Enedwaith angekommen bin. Die Hobbits dort sollen eine schwere Prüfung für jemanden sein, der aus Lützelbinge kommt. Ganz anders und unkonventionell.

Mispel nickt.

Ja, ich wünsche mir so sehr, dass Du glücklich und endlich wieder meine kleine Schwester wirst, die ich seit einiger Zeit vermisse. Wenn ich in Enedwaith bin, komme ich Dich besuchen und dann red...

Schalotte winkt ab und schaut Mispel ernst an.

Ich kenne Dich, Pellchen, Du wirst niemals nach Enedwaith kommen, denn Du gehörst hier her. Ins Südviertel nach Sprotten. Ich ertrage mein Schicksal mit Würde, aber ich hoffe, der Postdienst funktioniert auch in diesem fernen Land und ich hoffe, der Mann, den unser Vater für mich ausgesucht hat, ist eine angenehme Gesellschaft.

Ach, Lotti, ich wünschte, es wäre alles anders gekommen. Vater hat noch nie so eine Härte gezeigt, ich verstehe das nicht.

Schalotte winkt abermals ab und seufzt dann.

Ich bin selbst Schuld. Und sieh mich an, Pellchen, ich keife nicht, ich beschimpfe nicht, ich trauere und mir schnürt sich die Kehle zu bei dem Gedanken, gehen zu müssen.

Mispel kann ihre Tränen nicht unterdrücken und schüttelt den Kopf.

Bleib doch hier, Lotti, ich verstecke Dich in einer Kiste in meinem Smial und vielleicht kann uns Willdoc helfen, ein Verstec...

Schalotte schüttelt vehement den Kopf.

Nein, Pellchen, ich muss auf diese Reise gehen und ich muss unserem Vater Folge leisten. Ich habe zu viel schon zerstört mit meiner Bitterkeit und wenn es diese Reise ist, die sie zerbricht, dann muss ich sie tun.

Schalotte atmet tief durch und schnürt das Bündel ein letztes Mal prüfend zu, bevor sie es aufsetzt.

Es wird Zeit, Pellchen. Leb wohl und schreib mir, ja?

Mispel nickt mit verweinten Augen und nimmt Schalotte noch einmal fest in den Arm.

Jeden Tag, Lotti, und bitte gib auf Dich Acht. Und versprich mir noch eines: Wenn Dich der Mann nicht gut behandelt, komm sofort zu mir zurück, das hast Du nicht verdient. Hörst Du?

Schalotte nickt.

Das verspreche ich Dir. Darf der Mann auch kommen, wenn ich ihn nicht gut behandle?

Mispel lacht kurz und gibt Schalotte dann einen Kuss auf die Wange.

Nein, nur Du darfst wiederkommen. Ich werde Dich vermissen.

Schalotte drückt noch einmal Mispels Hand, nickt verabschiedend und verlässt dann - ohne sich noch einmal umzudrehen - das Grundstück durch das Gartentor. Mispel schaut ihr nachdenklich nach und bleibt noch eine halbe Stunde stumm an ihrem Platz stehen, ehe sie sich ins Smial zurückzieht und eine große Menge von der Süßspeise isst, die sie für diesen Tag vorbereitet hatte.
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Re: Abschied in Sprotten

Beitragvon Frinya » 22. Halimath 2010, 12:53

ooc:

Spielen wir die Reise nach Enedwaith aus? *lieb guckt*
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Re: Abschied in Sprotten

Beitragvon Mispel » 22. Halimath 2010, 19:24

OOC: Will Frinya da etwa auch hin? *kichert*
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Re: Abschied in Sprotten

Beitragvon Frinya » 22. Halimath 2010, 22:43

ooc:

Also Frinya würde so lange wie möglich mitkommen. Sie kann ja ihre Scharlottchen nicht alleine durch die gefährliche Welt ziehen lassen. Das geht ja nun mal gar nicht.

Außerdem kann dann Frinya versuchen, Schalotte davon abzuhalten nach Enedwaith zu reisen. Nicht immer muß man machen, was die Eltern sagen, schon gar nicht, wenn man jährig ist.

:P
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Re: Abschied in Sprotten

Beitragvon Mispel » 23. Halimath 2010, 14:04

OOC:

Die Idee finde ich ehrlich gesagt ganz reizvoll. Darüber sollten wir uns mal näher unterhalten.
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